Praxisleitfäden von Luca Caudera: KI-Anwendungsfälle strukturieren, Governance einführen und AI Literacy im Arbeitsalltag verankern.
Praxisleitfaden · AI Governance
KI-Governance einführen: vom Tool-Chaos zum klaren Freigabeprozess
KI-Governance wird oft mit einer Richtlinie oder einem neuen Ausschuss gleichgesetzt. Im Alltag entscheidet jedoch etwas anderes: Kommt jede neue Idee durch denselben Intake? Ist klar, wer welches Risiko bewertet? Und gibt es eine nachvollziehbare Entscheidung, bevor ein Anwendungsfall live geht? Ein schlanker Prozess beantwortet diese Fragen besser als ein umfangreiches Dokument, das niemand nutzt.
Art. 4 EU AI Act verlangt Maßnahmen für ein ausreichendes Niveau an AI Literacy. Das ist keine Aufforderung, möglichst viele Personen in dieselbe Standardschulung zu schicken. Entscheidend sind unter anderem vorhandenes Wissen, Erfahrung, Ausbildung, der konkrete Nutzungskontext und die betroffenen Personen. Gute Umsetzung beginnt deshalb mit Rollen und realen Anwendungsfällen.
KI-Anwendungsfälle priorisieren: ein Stage-Gate-Modell für den Betrieb
Eine Liste mit vielversprechenden KI-Ideen ist noch keine Strategie. Ohne gemeinsame Auswahlkriterien gewinnen die lauteste Stimme, das neueste Tool oder der am weitesten fortgeschrittene Pilot. Ein Stage-Gate-Modell macht dagegen früh sichtbar, welcher Anwendungsfall weiterverfolgt werden sollte – und welcher bewusst gestoppt wird.